Behörden in Baden-Württemberg warnen: Viele Corona-Infektionen auf private Feiern zurückzuführen | SWR Aktuell Baden-Württemberg | SWR Aktuell – SWR

Nach zahlreichen Corona-Infektionen rücken private Feiern in den Fokus der Behörden in Baden-Württemberg. Ein Großteil der Infektionen sei mittlerweile auf solche Feiern zurückzuführen, wie eine Sprecherin des Sozialministeriums am Dienstag auf Anfrage mitteilte. Reiserückkehrer machten nur noch etwa ein Drittel der Neuinfektionen aus.

Im Land waren in den vergangenen Tagen Dutzende Infektionen nach Feiern bekannt geworden. So wurden etwa nach einer Geburtstagsfeier in einem Stadtteil von Schwäbisch Hall 14 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. Davon hatten acht an der Party teilgenommen. Bislang seien 48 Feiernde getestet worden. Einzelne Abstriche von Partygästen und Kontaktpersonen stehen noch aus. An der Party hatten den Angaben nach am 5. September mindestens 70 Menschen teilgenommen. Dem Gesundheitsamt liege eine Anwesenheitsliste vor. Womöglich waren aber Gäste auf der Feier, die nicht auf der Liste stehen.

Laut Corona-Verordnung sind private Feiern mit bis zu 100 Teilnehmern erlaubt. Einen ähnlichen Fall gibt es derzeit in Dettingen im Kreis Reutlingen. Ebenfalls nach einer Geburtstagsfeier sind bislang 25 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Betroffen sind acht Schulen und vier Fußballvereine. Weitere Fälle gebe es in Unternehmen.

Auch im Rems-Murr-Kreis gab es mindestens acht Corona-Infizierte nach einer Familienfeier. Wie im Kreis Schwäbisch Hall waren auch hier Schulen betroffen. Mehrere Klassen mussten in Quarantäne. 

Viele Menschen, viel Alkohol – hohes Risiko

Auf privaten Feiern ist die Gefahr einer Ansteckung dem Ministerium zufolge deutlich höher als im Supermarkt oder in Restaurants. Auf solchen Festen kämen viele Menschen zusammen, es fließe Alkohol, und oft gehe es feucht-fröhlich zu. Der Spagat zwischen privaten Feiern und der Gefahr einer Ansteckung sollte allen bewusst sein, so die Sprecherin. “Wir sind mitten in der Pandemie, sie ist nicht vorbei.”

Die grün-schwarze Landesregierung hatte in der vergangenen Woche ein dreistufiges Alarm-System vorgestellt. So soll ein landesweiter Lockdown verhindert werden. Jede Stufe sieht schärfere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie vor. Entscheidend für die Einstufung ist die sogenannte 7-Tage-Inzidenz. Sie zeigt die Zahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche pro 100.000 Einwohner. Die Corona-Zahlen in den betroffenen Landkreisen sind den Angaben nach zwar gestiegen, bewegen sich aber noch unter der kritischen Schwelle.