Corona in Bayern: Markus Söder geht im ZDF Merkel und Spahn an: „Es wär mal gut …“ – Merkur.de

Corona in Bayern: Markus Söder geht im ZDF Merkel und Spahn an: „Es wär mal gut …“ – Merkur.de

Die Corona-Zahlen steigen in ganz Deutschland. Markus Söder fordert ein einheitliches Vorgehen. Der bayerische Ministerpräsident zeigt sich aber auch kompromissbereit.

  • Die Corona-Infektionszahlen steigen in ganz Deutschland.
  • Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert vor dem Treffen der Länderchefs mit Angela Merkel ein einheitliches Vorgehen.
  • Der CSU-Chef zeigt sich aber auch kompromissbereit.
  • Hier finden Sie die Corona-News aus Deutschland. Außerdem bieten wir Ihnen in einer Karte die aktuellen Fallzahlen in Bayern.*

Update von 10.07 Uhr: Markus Söder hat vor den Beratungen zur Corona-Strategie mit Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten gefordert, längerfristig zu planen. „Es wär mal gut, wenn wir versuchen, jetzt ein langfristiges Management zu entwickeln“, sagte er mit Blick auf den Umgang mit Reiserückkehrern aus Risikogebieten am Donnerstag im ZDF-„Morgenmagazin“.

Labore und auch Gesundheitsdienste bräuchten eine längerfristige Perspektive für ihre Arbeit. Die zuletzt ins Spiel gebrachte Kursänderung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) von Pflichttests hin zu neuen Quarantäneregelungen sei „sehr schnell“ gewesen. „So richtig durchdacht, scheint das nicht zu sein“, sagte Söder.

Söder kritisiert Corona-Vorschlag von Spahn – zeigt sich aber kompromissbereit: „Ich habe totales Verständnis, wenn …“

Erstmeldung vom 27. August, 9.14 Uhr: Berlin – Maskenpflicht, Bußgelder und Genehmigungen für Großveranstaltungen. All das sollte in Deutschland nach Ansicht von Markus Söder* regional vom jeweiligen Infektionsgeschehen abhängen. „Ich habe totales Verständnis, wenn in einem Landkreis, in dem die Infektionszahl sehr gering ist, dass man hier nicht automatisch die gleichen strengen Regeln anwenden müsste wie dort, wo sie sich gerade nach oben sich sehr stark entwickeln“, sagte der bayerische Ministerpräsident am Mittwochabend in der ARD-Talkshow „Maischberger“. Er hoffe, dass sich Bund und Länder am Donnerstag bei ihrer Konferenz auf einen Mechanismus einigen könnten, der genau dies ermögliche.

Corona in Bayern: Ministerpräsidenten beraten mit Kanzlerin Angela Merkel über Vorgehen

Söder betonte, dass er auch auf eine Fortführung der Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer hoffe. Den von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn* (CDU) vorgelegte Plan mit dem Ende der Testpflicht nach der Sommersaison halte er für nicht stimmig. „Darum hoffe ich, dass wir bei der Ministerpräsidentenkonferenz morgen ein bisschen Licht ins Dunkel bringen,” so der CSU-Chef in dem ARD-Talk.

Allerdings zeigte sich Söder in der Frage auch unter Bedingungen komprimissbereit. Hier „wäre mir wichtig, wenn eine gute Quarantäne-Regelung greift und die Umsetzbarkeit gewährleistet ist, dann kann man über andere Strategien reden“, betonte er. Die von Spahn und der Mehrheit der Landesgesundheitsminister statt der Testpflicht präferierte Quarantäneregelung nach der Sommerpause sei nicht sinnvoll umsetzbar. Daher müsse zumindest „bis eine sinnvolle und nachvollziehbare Quarantäneregelung“ umsetzbar sei, an den Pflichttests festgehalten werden. Ansonsten gehe Deutschland eine sehr hohe Gefährdung ein, was die Infektionen angehe.

Länderchefs treffen sich mit Kanzlerin Merkel: Kommen gemeinsame Standards für den Infektionsschutz?

Am heutigen Donnerstag (27. August) wollen sich die Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel* über das weitere Vorgehen in der Pandemie beraten. Es geht unter anderem darum, trotz unterschiedlicher Betroffenheiten gemeinsame Standards für den Infektionsschutz zu definieren.

Markus Söder betonte erneut, er habe kein Verständnis dafür, dass die Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten erst vor zwei Wochen und damit für das Ende der Sommerferien in vielen Bundesländern viel zu spät über Nacht eingeführt worden sei und nun schon wieder gesagt werde, wir wollen sie ersetzen durch eine „Quarantäneregelung, die nicht in der Praxis funktioniert“. Am Ende würden Reiserückkehrer* in Quarantäne auch dem Steuerzahler zur Last fallen.

Corona-Tests an bayerischen Flughäfen und Autobahnen: Fast 300.000 Tests im Freistaat

Im Freistaat seien seit Beginn der Tests* an Flughäfen, Autobahnen und Bahnhöfen bereits fast 300.000 Tests gemacht worde. Es zeige sich, dass die positive Rate „überdeutlich proportional hoch“ sei, so Söder. Rund 60 Prozent der Getesteten seien Bürger aus anderen Bundesländern.

Die Reproduktionszahl R ist in der Corona-Krise für Politiker und Experten ein zentraler Wert. Was es damit auf sich hat, und warum sie im Kampf gegen das Coronavirus entscheidend ist.* (kam/dpa) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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