Corona in den USA: Verschwörungstheoretiker halten Masken-Tragen für Satanismus – fr.de

Corona in den USA: Verschwörungstheoretiker halten Masken-Tragen für Satanismus – fr.de

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  • Ines Alberti

    Ines Alberti

  • Moritz Serif

    Moritz Serif

  • Anna-Katharina Ahnefeld

    Anna-Katharina Ahnefeld

Donald Trump redet die Lage in den USA weiterhin schön, trotz steigender Corona-Zahlen. Und auch Verschwörungstheoretiker und Masken-Gegner protestieren wieder. Die Lage im US-Ticker.

  • Das Coronavirus breitet sich weiterhin rasant in den USA aus
  • Die Umfragewerte des US-Präsidenten schwinden weiter.
  • Ein Bericht empfiehlt die Rücknahme von Lockerungen in 18 Staaten

+++ 14.16 Uhr: In der Stadt Spokane im US-Bundesstaat Washington USA fand eine Corona-Demo der etwas anderen Art statt. Circa 30 Menschen protestierten vor dem Haus des regionalen Gesundheitsbeauftragten Bob Lutz, darunter viele Verschwörungstheoretiker und Corona-Leugner. Sie hielten Schilder hoch wie „Masken zu tragen ist ein satanisches Ritual“, berichtet „Spokesman-Review“.

Ein anderer soll durch ein Megafon Dinge gebrüllt haben wie: „Der Impfstoff kommt mit einem Chip“, und: „Ich bin kein Verschwörungstheoretiker, sondern ein Realist.“ Eine Sprecherin des Gesundheitsbeauftragten glaubt, den Grund für die Proteste zu kennen. Bob Lutz habe einen positiv auf das Coronavirus getesteten Mann in Haft nehmen lassen, der sich geweigert hatte, in Quarantäne zu gehen. Die Sprecherin sieht im Protest eine Antwort auf die Entscheidung des Gesundheitsbeauftragten.

Behörden in Arizona und Texas bestellen Kühlwagen für Corona-Tote

+++ 9.00 Uhr: Die USA bekommen die Corona-Krise weiterhin nicht in den Griff. Experten glauben, dass die Vereinigten Staaten nie aus der ersten Infektionswelle herausgekommen sind. Angesichts steigender Todeszahlen haben nun die Behörden in den US-Bundesstaaten Texas und Arizona wegen drohenden Platzmangels in Leichenhallen und Krematorien Kühlwagen bestellt, um sich auf das Schlimmste vorzubereiten.

Der Bürgermeister von San Antonio weiß keinen Ausweg mehr: „Wir können sie nirgends unterbringen“, sagte Ron Nirenberg über die Todesopfer „Es klingt schrecklich, aber es ist wahr.“ Für den Notfall stünden nun Kühltransporter bereit. Anfang der Woche war in Texas mit 129 Todesfällen binnen 24 Stunden ein trauriger Rekord erreicht worden. Bisher haben mehr als 3700 Menschen in dem Bundesstaat ihr Leben durch eine Coronavirus-Infektion verloren.

Auch im Bundesstaat Arizona bestellten die Behörden im Bezirk Maricopa 14 Kühlfahrzeuge mit einem Fassungsvermögen von rund 300 Leichen. „Wir verlieren zu viele Bürger Arizonas“, sagte Kate Gallego, die Bürgermeisterin von Phoenix. Insgesamt sind in dem Bundesstaat bislang 2500 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben.

Unterdessen meldete in Kalifornien der Bezirk Los Angeles mit 4592 Neuinfektionen einen neuen Höchststand. „Ohne das energische Handeln jedes Einzelnen werden wir die Ausbreitung nicht verlangsamen können“, warnte die Leiterin der Bezirksgesundheitsbehörde, Barbara Ferrer.

USA verzeichnen neuen Höchststand bei Coronavirus-Infektionen

Update vom Samstag, 18.07.2020, 6.45 Uhr: Die USA haben am dritten Tag hintereinander einen Rekordanstieg bei den Coronavirus-Infektionen verzeichnet. Binnen 24 Stunden wurden 77.638 Neuinfektionen registriert, wie aus einer Zählung der Johns Hopkins Universität in Baltimore hervorgeht. Erst am Tag zuvor hatten die USA mit mehr als 68.400 Corona-Fällen einen Höchststand bei den täglich festgestellten Neuinfektionen verzeichnet.

927 weitere Menschen starben bis Freitag an den Folgen der Infektion. Insgesamt liegt die Zahl der Todesfälle damit bei 139.128. In den USA breitet sich das neuartige Virus seit einigen Wochen wieder verstärkt aus. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen. Insgesamt liegt die Zahl der erfassten Infektionsfälle im Land den Angaben der Johns-Hopkins-Universität zufolge inzwischen bei 3,64 Millionen.

Die USA sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Dies gilt sowohl für die Infektions- als auch die Totenzahlen. Zuletzt waren immer neue Rekordstände bei den Ansteckungszahlen verzeichnet worden.

Corona-Taskforce in den USA empfiehlt, die Lockerungen wieder rückgängig zu machen

+++ 20.11 Uhr: Ein unveröffentlichter Bericht für die Corona-Taskforce im Weißen Haus empfiehlt 18 US-Bundesstaaten in der „roten Zone“, die Corona-Lockerungen rückgängig zu machen. Das berichtet der Sender CNN. Demnach zählt das fast 360 Seiten lange Dokument Staaten und Bezirke zur „roten Zone“, in denen die Neuinfektionen in der vergangenen Woche bei 100 pro 100.000 Einwohner liegen und mehr als zehn Prozent der Corona-Tests positiv sind.

Die betroffenen Staaten sollen dem CNN-Bericht zufolge „jederzeit außer Haus eine Maske tragen und physische Distanz wahren“. Außerdem empfehle das Dokument, Bars und Fitnessstudios zu schließen sowie soziale Zusammenkünfte auf maximal zehn Personen zu beschränken – also im Grunde genommen, alle Lockerungen zurückzunehmen. Zur definierten „roten Zone“ gehören anhand der Kriterien beispielsweise die Bundesstaaten Florida, Kalifornien, Texas und Georgia.

Corona-Management: Trump verliert Zuspruch in Umfrage

+++ 16.50 Uhr: Steigende Corona-Infektionen – die Kritik an Trumps Krisenmanagement reist nicht ab. In einer Umfrage der „Washington Post“ und des Senders „ABC“ äußerten sich 60 Prozent der Befragten negativ bezüglich Donald Trumps Umgang mit der Corona-Pandemie. Lediglich 38 Prozent befürworten Trumps Vorgehen – Ende Mai waren 53 Prozent negativ und 46 Prozent positiv gestimmt. Im März fand Trumps Umgang mit dem Corona-Virus noch eine knappe Mehrheit, 45 Prozent lehnten es ab. Der Halt des Präsidenten in der Corona-Krise schwindet deutlich – die Umfragewerte sind miserabel.

63 Prozent sei es laut der Befragung wichtiger, die Ausbreitung des Virus unter Kontrolle zu bringen, als die Wirtschaft anzukurbeln. 33 Prozent waren anderer Meinung. Donald Trump strebt trotz Zehntausender neuer Corona-Fälle pro Tag eine möglichst schnelle Rückkehr zur Normalität an. Für die Studie wurden 1006 Erwachsene telefonisch befragt. 79 Prozent gaben an, sie würden in Gegenwart anderer Menschen außerhalb ihres Zuhauses immer oder meistens eine Schutzmaske tragen. 15 Prozent sagten, sie würden nie oder selten eine Maske anziehen.

+++ 15.27 Uhr: Der US-amerikanische Seuchenexperte Anthony Fauci appellierte in einem Interview mit Facebook-Chef Mark Zuckerberg an junge Menschen. „Ihr müsst Verantwortung für euch selbst haben, aber auch eine gesellschaftliche Verantwortung, dass wenn ihr euch ansteckt, es nicht nur euch in einem Vakuum betrifft. Ihr verbreitet die Pandemie.“

Corona in den USA: Anthony Fauci mit emotionalen Appell

Wie der Nachrichtensender CNBC unter Berufung auf Gesundheitsbehörden in den USA berichtet, ignorieren mehr junge Menschen Abstandsregeln und stecken sich somit häufiger mit dem Coronavirus an. Fauci sagte, das Durchschnittsalter von an Covid-19 erkrankten Menschen sei seit Beginn der Pandemie in den USA um 15 Jahre gesunken. Auch Vizepräsident Mike Pence sagte im Juni, rund die Hälfte der registrierten Neuinfektionen seien Menschen unter 35 Jahren, vor allem in den Bundesstaaten Florida und Texas.

Corona-Pandemie: Maskenpflicht in mehr als der Hälfte der Staaten

+++ 15.00 Uhr: In mehr als der Hälfte der US-amerikanischen Bundesstaaten gilt nun eine Maskenpflicht. Target und CVS schließen sich Walmart und weiteren Einzelhändlern an und verpflichten ihre Kund*innen dazu, Masken zu tragen. Währenddessen hat der Gouverneur von Georgia nichts besseres zu tun, als gegen die Bürgermeisterin der Stadt Atlanta vorzugehen, die selbstständig eine Maskenpflicht eingeführt hat.

Corona-Pandemie in den USA: Fauci wirbt für das Tragen von Masken

+++ 12.45 Uhr: Angesichts des neuen Höchststands von 77.300 Neuinfektionen mit dem Corona-Virus in den USA ruft der Pandemie-Berater Anthony Fauci dringend zum Tragen von Masken auf. In einem Videochat mit Marc Zuckerberg am Donnerstag (Ortszeit) sprach er von einer ernsten Lage – wenige Stunden später gab die John-Hopkins-Universität die neuen Rekordzahlen bekannt. Noch immer besteht in den USA landesweit keine Maskenpflicht. Fauci fügt weiter an, dass die Öffnungen nach dem Lockdown zu schnell erfolgten. Die Zahl an Neu-Infektionen innerhalb von 12 Stunden sei in den USA nie unter 20.000 gefallen.

Corona-Pandemie in den USA: Gottesdienste tragen zur Verbreitung bei

+++ 12.00 Uhr: Das tragische Schicksal einer 17-Jährigen in Washington steht in direkten Zusammenhang mit riskanten Kirchenöffnungen in den USA. Denn trotz der massiven Verbreitung des Corona-Virus drängten einige Glaubensgemeinschaften auf die Wiedereröffnung. So hatte auch US-Präsident Donald Trump sich bereits zu Ostern für „volle Kirchenbänke“ ausgesprochen. Zwei Tage nach ihrem 17. Geburtstag starb Carsyn Leigh Davis an den Folgen einer Corona-Infektion. 13 Tage, nachdem sie sich bei einer Wiedereröffnungsfeier der „First Assembly of God“-Gemeinde angesteckt hatte.

Die 17-Jährige, die bereits ein Krebsleiden hinter sich hatte und an einer Autoimmungerkrankung litt, besuchte am 10. Juni gemeinsam mit 100 anderen Jugendlichen das groß auf Facebook angekündigte Event – ohne Mundschutz, Sicherheitsabstand oder anderen Schutzvorkehrungen. Mehrere US-amerikanische Medien wie Washington Post, Seattle Times und Miami Herald berichteten über den Todesfall – ein Beispiel für den fahrlässigen Umgang mit der Corona-Pandemie.

Corona-Pandemie: „Wenn Gott will, bekomme ich Covid – wenn nicht, bekomme ich es nicht!“

Die New York Times verzeichnet in ihren Datenbänken 650 Covid-19-Fälle, die auf rund 40 Kirchengemeinden zurückgeführt werden konnten. Die meisten ereigneten sich bereits im Juni. So infizierten sich beispielsweise während eines Gottesdienstes in Texas mehr als 50 Menschen. In Missouri konnten in einem Jugendcamp 82 infizierte Kinder und Jugendliche festgestellt werden.

Am Montag ordnete der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom eine erneute Schließung von Kirchen in dem Bundesstaat an. Doch in den besonders betroffenen Gegenden wie Florida, Nevada, Texas und vielen Staaten im Süden zeigten Evangelikale Kirchen wenig Verständnis. Trotz rasant steigender Corona-Infektionen bestehen Kirchenführer auf „Religionsfreiheit” – und gehen unter diesem Vorwand gegen Corona-Auflagen vor. Ein Kirchenführer in Oregon äußerte sich dazu wie folgt: „Wenn Gott will, bekomme ich Covid – wenn nicht, bekomme ich es nicht!“

Corona-Pandemie in den USA: Studierende aus Europa dürfen bald wieder einreisen

+++ 11.00 Uhr: Das Wall Street Journal berichtete am Donnerstag, unter Berufung auf ein Schreiben des Außenministeriums an den Kongress, dass ab dem Wintersemester Studierende aus Europa von dem seit März in den USA geltenden Einreiseverbot ausgenommen werden. Europäische Studierende können somit mit einem entsprechenden Visum bald wieder in die USA reisen – das gilt laut dem Wall Street Journal auch für einige Au-Pairs und Familienmitglieder von US-Visumsinhaber*innen. Ab wann diese Ausnahmeregelung genau gelten soll, ist noch nicht bekannt. Aufgrund des Corona-Virus hatte die USA im März beschlossen, die Grenzen für Menschen aus den Schengener-Staaten zu schließen.

Corona-Pandemie in den USA: Immer mehr junge Menschen müssen stationär behandelt werden

+++ 10.00 Uhr: Die Forscherin Sally Adams und ihr Team von der University of California in San Francisco in den USA haben anhand einer neuen Studie gezeigt, dass der Faktor Jugend nicht vor schweren Verläufen einer Corona-Infektion schützt. Auf der Homepage der Universität heißt es, dass ein Drittel der jungen Menschen Risikofaktoren haben, die eine schwere Covid-19-Erkrankung begünstigten. Ein besonders großer Faktor sei das Rauchen. Charles Irwin, einer der Autoren der Studie, sagte zum Nikotinkonsum folgendes: „Das Risiko klinisch anfällig für eine schwere Erkrankung zu sein, ist um die Hälfte geringer, wenn man die Raucher*innen aus dem Datensatz entfernt.” Somit ist Rauchen der Hauptrisikofaktor eines schweren Covid-19-Verlaufs bei jungen Menschen in den USA.

Die Studie zeigt: Zwar ist die Wahrscheinlichkeit einer schweren Corona-Infektion, die einen Krankenhausaufenthalt erfordert, ab 65 Jahren höher, jedoch nimmt die Anzahl der jungen Menschen in den USA stark zu. Daten des U.S. Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zeigen, dass sich die Zahlen von jungen Menschen mit einem Krankenhausaufenthalt zwischen April und Juni verdreifacht haben. Im April mussten knapp 9 von 100.000 der Altersgruppe 18 bis 19 Jahren aufgrund einer Corona-Infektion stationär behandelt werden, im Juni waren es bereits knapp 35 von 100.000. Im Vergleich: Bei Menschen über 65 lag der Anteil im April bei 128.3 pro 100.000, im Juni bei 306.7 pro 100.000.

Corona-Pandemie in den USA: Hauptrisikofaktor ist Rauchen – weitere Faktoren

  • 20 Prozent der Untersuchten sind Raucher*innen, anteilig Zigaretten, Zigarrenprodukte und E-Zigaretten
  • 8.6 Prozent Asthmatiker*innen
  • 3 Prozent waren fettleibig
  • 2.4 Prozent haben eine Autoimmunerkrankung
  • 1.2 Prozent litten an Diabetes.

Für die am Montag veröffentlichte Studie wurden die Daten von rund 8400 jungen Menschen zwischen 18 und 15 Jahren einbezogen.

+++ 08.45 Uhr: Corona-Infektionszahlen in den USA aktualisiert: Mit rund 77 300 gemeldeten Fällen hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA einen neuen Höchststand erreicht. Damit wird der bisherige Höchststand von 67 800 neuen Fällen binnen 24 Stunden vom 10. Juli überschritten, wie aus den jüngsten Zahlen auf der Webseite der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore am Freitagmorgen (MESZ) hervorgeht.

+++ 07.50 Uhr: Die Grenzen der USA mit Mexiko und Kanada sollen bis mindestens zum 20. August wegen der Corona-Krise weitgehend geschlossen bleiben. Das teilten die US-Botschaften in beiden Nachbarländern am Donnerstag mit. Auch Kanadas Premierminister Justin Trudeau twitterte, eine Verlängerung der Beschränkungen um weitere 30 Tage sei vereinbart worden. Mexikos Außenministerium hatte bereits zwei Tage zuvor erklärt, dem nördlichen Nachbarland diesen Schritt mit Blick auf die aktuelle Entwicklung bei der Ausbreitung des Coronavirus vorgeschlagen zu haben.

Eine riesige Maske bedeckt das Gesicht der nachgebildeten Freiheitsstatue im New York-New York Hotel in Las Vegas.

© John Locher/AP/dpa

Die aktuellen Zahlen der Corona-Neuinfektionen in den USA

+++ 04:15 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA hat einen weiteren Höchstwert erreicht: Binnen 24 Stunden wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Donnerstagabend (Ortszeit) 68.428 neue Ansteckungsfälle registriert. Die Zahl der Corona-Toten sei um 974 auf 138.201 gestiegen. Erst am Mittwoch hatten die USA mit mehr als 67.600 Corona-Fällen einen Höchststand bei den täglich festgestellten Neuinfektionen verzeichnet.

In den USA breitet sich das neuartige Virus seit einigen Wochen wieder verstärkt aus. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen. Insgesamt liegt die Zahl der erfassten Infektionsfälle im Land den Angaben der Johns-Hopkins-Universität zufolge inzwischen bei 3,56 Millionen.

Corona in den USA: Gouverneur von Georgia klagt gegen Maskenpflicht

Update vom 17.07.2020, 03:25 Uhr: Der Gouverneur des südlichen US-Bundesstaats Georgia, Brian Kemp, hat gegen eine von der Großstadt Atlanta verordnete Maskenpflicht geklagt. Bürgermeisterin Keisha Lance Bottoms habe mit der entsprechenden Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus ihre Kompetenzen überschritten, argumentierte der Gouverneur in einer eingereichten Klage. Der Republikaner Kemp hatte am Mittwoch trotz der sich ausbreitenden Corona-Pandemie eine Verordnung unterzeichnet, die es Kommunen und Bezirken verbietet, eine Maskenpflicht einzuführen.

Brian Kemp, Gouverneur des US-Bundesstaates Georgia, hat gegen eine von der Großstadt Atlanta verordnete Maskenpflicht geklagt.

© Mike Stewart/AP/dpa

Die demokratische Bürgermeisterin Bottoms erklärte über Twitter, anstatt sich vor Gericht zu streiten, wäre es besser, die Steuergelder einzusetzen, um mehr Corona-Tests und das Nachverfolgen von Kontakten zu ermöglichen. Kemp wiederum erklärte, seine Klage richte sich gegen „desaströse Maßnahmen, die das Leben und die Lebensgrundlage unserer Bürger bedrohen“. Gleichzeitig empfiehlt Kemp, Masken zu tragen, wenn der nötige Sicherheitsabstand zur Vermeidung von Infektionen nicht eingehalten werden kann.

In dem Bundesstaat gibt es bislang mehr als 130 000 nachgewiesene Corona-Infektionen und rund 3100 Todesfälle. Am Donnerstag etwa meldeten die Behörden dort gut 3400 Neuinfektionen.

Bürgermeisterin Bottoms befindet sich derzeit in Quarantäne, weil bei ihr und mehreren Familienmitgliedern eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen wurde. Sie hatte vergangene Woche erklärt, dass sie acht Tage auf ihr Testergebnis warten musste. Sie kritisierte, dass es die lange Zeit zwischen Tests und Ergebnissen schwieriger mache, die Pandemie einzudämmen, weil Menschen nach ihren Tests tagelang nicht wüssten, ob sie ansteckend seien.

Brian Kemp, Gouverneur des US-Bundesstaates Georgia, hat gegen eine von der Großstadt Atlanta verordnete Maskenpflicht geklagt.

© Mike Stewart/AP/dpa

Corona in den USA: Republikaner greift Donald Trump an

+++ 22.20 Uhr: Das Krisenmanagement von US-Präsident Donald Trump in der Corona-Pandemie gerät nun so ganz allmählich auch in seiner Republikanischen Partei in die Kritik. Nun warf der Gouverneur des Bundesstaats Maryland, Larry Hogan, Trump in einem Gastbeitrag in der „Washington Post“ vor, nicht schnell genug auf die Bedrohung reagiert zu haben. „So viele landesweite Maßnahmen hätten in diesen frühen Tagen ergriffen werden können, wurden es aber nicht“, schrieb Hogan. „Statt seinen eigenen Gesundheitsexperten zuzuhören, redete und twitterte der Präsident wie ein Mann, dem es mehr um die Ankurbelung des Aktienmarktes oder seine Wiederwahlpläne ging.“

Donald Trump muss sich jetzt auch Kritik von den Republikanern anhören.

© JIM WATSON

Hogan ist auch Vorsitzender der Nationalen Vereinigung der Gouverneure der 50 US-Bundesstaaten. Hogan kritisierte, Trump habe im März fälschlicherweise behauptet, jeder, der einen Test brauche, könne einen bekommen. Zur selben Zeit hätten Gouverneure um Hilfe beim Testen gebeten. Im April habe Trump dann die Verantwortung für Tests an die Gouverneure abgeschoben. „Es war hoffnungslos, auf ihn zu warten“, schrieb Hogan. „Den Gouverneuren wurde gesagt, dass wir auf uns allein gestellt seien.“

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, nannte Hogans Aussagen „bemerkenswert“. Sie sagte, der Gouverneur habe Trump noch im April für Fortschritte beim Testen gedankt. Ohnehin ist McEnany fest davon überzeugt, dass kritische Stimmen nur eine Ausnahme seien: „Dieser Präsident findet in diesem Land große Zustimmung“, sagte McEnany. „Sein historischer Umgang mit dem Coronavirus spricht für sich.“

Biden wirft Trump Versagen vor – der spricht wieder mit Fauci

+++ 20:06 Uhr: US-Präsident Donald Trump bekommt Corona in den USA nicht in den Griff. Nun hat Joe Biden, demokratischer Kandidat, den Präsidenten scharf kritisiert. Biden wirft Trump Versagen in der Corona-Krise vor. „Die Corona-Zahlen sind inakzeptabel hoch“, sagte Biden. Es sei so schlimm geworden, dass sogar Donald Trump entschieden habe, in der Öffentlichkeit eine Maske zu tragen.

Das sei jedoch nicht ausreichend. Ohne die Führung des Präsidenten werde man die Wende nicht schaffen. „Jetzt alles zu öffnen ist nicht die richtige Entscheidung”, erklärte Joe Biden. Trump solle aufhören, falsche Entscheidung zu treffen. „Hören Sie auf Ihre Gesundheitsexperten, anstatt sie zu verunglimpfen“, forderte der Präsidentschaftskandidat der Demokraten.

Corona in den USA: Donald Trump spricht wieder mit Anthony Fauci

+++ 17.30 Uhr: Zum ersten Mal seit einem Monat Schweigen und wachsender Anspannung haben US-Präsident Trump und der Pandemie-Berater Fauci am Mittwoch miteinander telefoniert. Von offizieller Seite wurde das Gespräch als „gut” beschrieben.

US-Präsident Donald Trump und Experte Anthony Fauci sprechen wieder miteinander.

© Patrick Semansky/dpa

Übersicht über die am stärksten betroffenen Bundesstaaten in den USA

  • Florida: Der Bundesstaat verzeichnet fast 14.000 Neu-Infektionen mit dem Corona-Virus. In Miami sind die Krankenhäuser fast am Ende ihrer Kapazitäten angekommen – die Intensivbetten werden knapp
  • Kalifornien: Im Bezirk von Los Angeles verkündete der Leiter der Gesundheitsbehörde, dass ein weiterer Lockdown wahrscheinlich ist.
  • Arizona: Die Leichenschauhäuser sind so voll, dass in Maricopa County Kühllager bestellt werden mussten.
  • Texas: Auch in Texas mussten aufgrund voller Leichenhallen in zwei Bezirken ein Kühllaster bestellt werden. In der Stadt South Texas sind in den Krankenhäusern keine Plätze mehr verfügbar. Ein Hotel wird daher in eine medizinische Einrichtung umgewandelt.

Corona-Pandemie in den USA: Wissenschaftler*innen fordern schnelleres Verfahren zur Impfstoffsuche

+++ 17.15 Uhr: In einem offenen Brief an den Direktor des National Institutes of Health in den USA, forderten mehr als 100 Wissenschaftler*innen und 2000 Freiwillige für die schnellere Suche nach einem Impfstoff gegen das Corona-Virus sogenannte Human Challenge Trials. Der englische Fachbegriff bezieht sich auf ein Verfahren, das freiwillige Menschen absichtlich mit dem neuartigen Virus infiziert – im Gegensatz zum üblichen klinischen Vorgehen, bei dem Freiwillige einen experimentellen Impfstoff oder ein Placebo erhalten und über längere Zeit beobachtet werden, um zu sehen, ob sie sich infizieren. Jedoch äußerten erst Anfang des Monats Expert*innen ihren Zweifel daran, dass ein solches Vorgehen die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs beschleunigen könnte.

+++ 17.00 Uhr: 39 Bundesstaaten in den USA berichten von einem Anstieg an Corona-Infektionen im Vergleich zu der vergangenen Woche. In Kalifornien, Texas, Florida und Arizona, die besonders betroffen sind, werden die Krankenhausbetten knapp. Nur Delaware und Maine konnten am Donnerstag weniger Corona-Neuinfektionen verzeichnen. Die Corona-Pandemie hat starke Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in den USA. In dieser Woche füllten 1.3 Millionen Menschen einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe aus.

Präsident Donald Trump bekommt für seine Corona-Politik viel Gegenwehr

© Pablo Martinez Monsivais / dpa

Corona in den USA: Lokale Behörden ergreifen selbst Maßnahmen zur Eindämmung

+++ 14.12 Uhr: Trotz der weiter steigenden Infektionszahlen und obwohl die USA zu den am stärksten von Corona betroffenen Ländern zählt, verleugnet Donald Trump noch immer das Ausmaß der Krise. Er ignoriert die dringenden Empfehlungen von Wissenschaftlern und treibt die Coronakrise mit seinen Eröffnungsstrategien weiter voran. Daher ergreifen lokale Behörden in den USA nun selbst Maßnahmen, um gegen das Virus anzukämpfen und die Pandemie einzudämmen.

Wie „cnn.com” berichtet, widersetzen sich unter anderem immer mehr Schulbehörden, so etwa in San Francisco und Houston, der Forderung des Präsidenten, die Schulen im Herbst wieder für alle Kinder zu öffnen. Auch Alabama zieht aufgrund der immer weiter steigenden Fallzahlen Konsequenzen und führt eine Maskenpflicht für öffentliche Plätze ein.

Corona-Pandemie in den USA: Medien berichten von einer Stadtflucht

Erstmeldung, 16.07.2020, 12.00 Uhr: New York – Die New Yorker verlassen ihre Stadt. Klingt wie eine Szene aus „The Day after Tomorrow“, geschieht aber aktuell in den USA. Denn viele Menschen entscheiden sich dafür, diese so geliebte wie gehasste Stadt aufgrund der in den USA wütenden Corona-Pandemie zu verlassen. Die Metropole war bisher in den USA am stärksten von dem Coronavirus betroffen. Vororte erscheinen den meisten – vor allem Familien – sicherer als die 8 Millionen Einwohnerstadt, die zu Beginn der Hotspot des neuartigen Coronavirus in den USA war.

Pulsierendes kulturelles Leben, all das ist in der Stadt, die bekanntermaßen niemals schläft, zum Erliegen gekommen. Das Herzstück New Yorks. Ohne Ausstellungen, Partyszene und Broadway sehen New Yorker offenbar den Sinn nicht mehr darin, ihre überteuerte Miete zu zahlen. Über diese New-York-Flucht berichten derzeit diverse US-amerikanische Medien wie die New York Times, ABC und Forbes.

So sind auf den Straßen der Metropole viele Umzugswagen unterwegs. Die traumatische Erfahrung des Ausbruchs des Coronavirus in der dicht bevölkerten Stadt scheint tief zu sitzen – und auch die Erfahrung eines Lockdowns, die viele Menschen auf engsten Raum ertragen mussten. Vororte oder direkt aufs Land, das scheint bei vielen gerade der Plan zu sein, wie AFP berichtet. Und im Süden Manhattans stehen mehr als fünf Prozent der Mietwohnungen leer – das gab es seit zehn Jahren nicht.

Corona-Pandemie in den USA: Steigende Preise in Vororte – erstmals Leerstand seit zehn Jahren

 „Nichts wie raus hier, und das schnellstmöglich“, sagt der einstige Herzblut-New Yorker Nick Barnhorst. Seine Frau ist mit dem dritten Kind schwanger, das Coronavirus machte ihnen die Entscheidung leicht, der Stadt den Rücken zu kehren. Er berichtet von Bekannten, die eigentlich nur vorübergehend aus Angst vor der Corona-Pandemie zu Verwandten nach Massachusetts – und nicht mehr zurück kommen wollen. Doch Barnhorst berichtet auch von den steigenden Preisen in den Vororten. Ein Immobilienmakler sieht in dem Wegzug jedoch eine Chance für New York: „Sollten in New York City die Preise fallen, wäre das für junge Leute eine gute Gelegenheit, dort hinzuziehen.“

Corona-Pandemie: Virus zeigt soziale Ungleichheiten in den USA

Mindestens 22.825 Menschen sind laut einer Daten-Analyse der New York Times im Zusammenhang mit dem Coronavirus allein in New York gestorben. Mindestens 224.662 Personen haben sich im Verlauf der Pandemie mit dem neuartigen Virus infiziert. Vor allem die Stadtteile Bronx, Queens und Staten Island waren betroffen – und die Schwächen des US-amerikanischen Gesundheitssystems erneut zum Vorschein gebracht. Denn viele unterprivilegierte Menschen sind in den USA der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Schwarze Menschen, Hispanics, arme Menschen. Da erscheint es umso grotesker, dass US-Präsident Donald Trump keine Maske trägt.

Rubriklistenbild: © Screenshot twitter @MaggieLouise614