Coronakrise: Industrie rechnet mit schwächerem Einbruch der Wirtschaft – DER SPIEGEL

Coronakrise: Industrie rechnet mit schwächerem Einbruch der Wirtschaft – DER SPIEGEL

Die deutsche Industrie geht für das Jahr 2020 von einem weniger starken Rückgang der Konjunktur aus als bislang befürchtet. Im Gesamtjahr werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) voraussichtlich um 5,4 Prozent sinken, heißt es im Quartalsbericht des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). Noch im August hatte der Industrieverband noch einen Einbruch der Wirtschaftsleistung von 6,5 Prozent erwartet.

Dass die Aussichten nach dem beispiellosen Absturz der Wirtschaftstätigkeit im Frühjahr nun nicht mehr ganz so düster sind, begründet der BDI damit, dass “zur Jahresmitte eine ebenso starke konjunkturelle Erholung” eingesetzt habe, “sodass im Ergebnis die Wirtschaftsleistung im ersten Halbjahr entgegen unserer Erwartungen nicht ganz so stark eingebrochen ist”.

Eine Rolle spielte auch die vergleichsweise gute Lage in China. So sanken die Exporte im ersten Halbjahr weniger stark als zuvor angenommen. “Verantwortlich hierfür war vor allem die wider Erwarten schnelle Erholung der chinesischen Wirtschaft”, heißt es im BDI-Bericht. Für das gesamte Jahr gehe man daher nun noch von einem Minus von 13 Prozent bei den Ausfuhren statt wie bislang von 15 Prozent aus.

Mit der etwas optimistischeren Prognose für das Jahr 2020 liegt die deutsche Industrie damit auf gleicher Linie wie zahlreiche Wirtschaftsforschungsinstitute. Auch die Bundesregierung hatte Anfang des Monats ihre Prognose für 2020 von minus 6,3 auf 5,8 Prozent korrigiert. Der Industrieländerklub OECD rechnet inzwischen wie der BDI mit einem Rückgang um 5,4 Prozent.

Würden sich diese aktuell gültigen Prognosen bestätigen, fiele der wirtschaftliche Einbruch aufgrund der Coronakrise zumindest auf das Gesamtjahr gesehen womöglich vergleichbar oder etwas schwächer aus als im Finanzkrisenjahr 2009. Damals war das BIP um 5,7 Prozent geschrumpft.

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