Erfindung gegen Mikroplastikbelastung: Der Gummifänger von London – DER SPIEGEL

Erfindung gegen Mikroplastikbelastung: Der Gummifänger von London – DER SPIEGEL

Dieses abenteuerlich aussehende Konstrukt soll in Zukunft dabei helfen, die Luftqualität in Großstädten deutlich zu verbessern. Die Erfindung von britischen Studenten sammelt den Gummiabrieb der Reifen von Fahrzeugen. Der entsteht vor allem beim Bremsen. Über eine halbe Million Tonnen Reifenpartikel fallen laut einer Studie so in Europa an und verschmutzen die Luft – außerdem ist der Abrieb hinter Einwegplastik die zweitgrößte Quelle der Mikroplastikverschmutzung in den Ozeanen. Fällt sie weg oder reduziert sie zumindest, schlägt man also zwei Fliegen mit einer Klappe. 

Eine Vorrichtung nutzt sowohl elektrostatische Effekte und die Aerodynamik der sich drehenden Räder und fängt damit die Partikel ein, bevor die in die Umgebungsluft gelangen. Die Idee kam dem Entwickler während der Corona-Pandemie. 

Hugo Richardson, Student 

“Als ich mit dem Fahrrad während des Lockdowns durch London gefahren bin, fiel mir auf, wie sauber die Luft war. Ich denke, alle verstehen, dass saubere Luft kein unerreichbarer Traum bleiben muss – sondern etwas ist, dass wir sofort erreichen können, wenn wir mit einer schlauen Innovation und etwas Elan bei den Verantwortlichen an die Sache rangehen.” 

60 Prozent aller Partikel, die in die Luft abgegeben werden, wollen die Studenten so einfangen. Das Konzept überzeugt auch gestandene Fachleute – das Team hat mit seiner Erfindung bereits einen internationalen Designpreis gewonnen und melden sie nun zum Patent an.