Hochschulen in Deutschland: Corona füllt die Hörsäle – DER SPIEGEL

Hochschulen in Deutschland: Corona füllt die Hörsäle – DER SPIEGEL

Die Corona-Pandemie könnte mittelfristig zu mehr Studierenden an Universitäten und Fachhochschulen führen. Die Zahl der Erstsemester könnte von derzeit gut 500.000 pro Jahr auf über 600.000 im Jahr 2030 steigen. Das geht aus einer noch unveröffentlichten Analyse des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) in Berlin hervor, die dem SPIEGEL vorliegt.

Die Fachleute erwarten durch die Coronakrise zunächst spürbar weniger ausländische Studierende. Allerdings gehen die Bildungsökonomen in ihrem Szenario von einem deutlich steigenden Studieninteresse bei inländischen Jugendlichen aus. Ursache für diesen Trend sei, dass die Pandemie die Pläne vieler junger Menschen durchkreuzt habe.

“Sei es, dass ihre Träume platzen und sie nicht ins Ausland reisen konnten”, schreiben die Forscher, oder dass “sie keinen Praktikums- oder Ausbildungsplatz bekommen haben. Oder aber, dass die Unsicherheit sie den sicheren Weg ins Studium nehmen lässt, zum Teil auch, weil ihnen der Weg an eine ausländische Hochschule derzeit verbaut ist.”

FiBS-Direktor Dieter Dohmen ist sich nach der Analyse sicher: “Das Abitur wird mittelfristig das Maß der Dinge werden.” Der oft beklagte “Akademisierungswahn” sei ein Mythos und werde “vor allem von Leuten propagiert, die entweder eigene Interessen verfolgen oder noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen sind”.

Deutschland müsse sein Bildungssystem diesen Entwicklungen anpassen und den Hochschulsektor weiter ausbauen.

Icon: Der Spiegel