Satellitenbild der Woche: Kalifornisches Inferno – DER SPIEGEL

Satellitenbild der Woche: Kalifornisches Inferno – DER SPIEGEL

Es ist eine traurige Dauerkatastrophe: Mittlerweile brechen jeden Sommer verheerende Busch- und Waldbrände an der Westküste der USA aus. Auch in diesem Jahr wurden ganze Orte verwüstet, in der vergangenen Woche starben wieder Menschen durch die Feuer. Hunderte Häuser wurden vernichtet, Zehntausende Menschen mussten vor den Flammen fliehen. Im Bundesstaat Oregon, nördlich von Kalifornien wurden sogar fünf Städte “großenteils zerstört”, wie Gouverneurin Kate Brown bekannt gab.

Die erneute massive Ausbreitung der Brände wurde durch eine Hitzewelle und trockenen Wind begünstigt. Vergangene Woche kam es zu mehreren Wetterphänomenen, die das Inferno noch anheizten.

So sorgte eine Wetterfront mit ungewöhnlich kalter Luft am 8. September dafür, dass sich die Druckverhältnisse in den Rocky Mountains änderten und laut Meteorologen der Nasa “trockene und böige Winde” in mehrere westliche Bundesstaaten “hinunterwirbelte”.

Die Föhnwinde fachten dann die Waldbrände in den Bundesstaaten Washington, Oregon und Kalifornien an. Das Satellitenbild des NASA-Satelliten Aqua hat die verheerende Situation aufgenommen und zeigt die dicken Rauchwolken, die nach Westen auf den Pazifik geweht werden (siehe Bild oben).

In einigen Fällen sei das Feuer so heiß geworden, dass sich Pyrocumulus-Wolken bildeten. Die Feuerwolken entstehen, wenn extrem erhitzte Luft aufsteigt. Sie reichen sehr hoch in die Atmosphäre und können deshalb große Distanzen überwinden. Außerdem erzeugen sie heftige Winde, die den Brand weiter anfachen können. Zudem kann es in den Wolken zu Blitzschlag kommen. In Colorado gab es ebenfalls Brände und einen extremen Wetterwechsel: Nach Hitzerekorden, die die Feuer weiter anheizten, sanken die Lufttemperaturen in der Nacht um über 30 Grad, und es fiel Schnee.

Seit August sorgt eine extreme Hitzewelle an mehreren Orten in Südkalifornien für neue Temperaturrekorde. Laut neuesten Studien von US-Forschern passen diese Extreme zu einem langfristigen Trend von längeren und intensiveren Hitzewellen in der Region.

Die Karte oben zeigt die Lufttemperaturen in den USA am 6. September. Die Daten lieferten verschiedene Satelliten, die für die Nasa-Erdbeobachtung (Goddard Earth Observing System ) systematisch Aufnahmen machen. Gemessen wurden die Temperaturen in rund zwei Meter Höhe. In den dunkelsten roten Bereichen zeigt das Modell Temperaturen über 45 Grad Celsius. Im kalifornischen Death Valley wurden im August sogar 54,4 Grad Celsius gemessen – das war der dritthöchste je auf der Erde registrierte Wert.

Icon: Der Spiegel