SO geht Politik. SO fühlen sich Berliner ernst genommen – B.Z. Berlin

SO geht Politik. SO fühlen sich Berliner ernst genommen – B.Z. Berlin


Der Wrangelkiez ist ab Montag nur noch für Anlieger frei. Ein positives Beispiel dafür, wie Politiker den Verkehr in Berlin verändern können, meint B.Z.-Chefredakteurin Miriam Krekel. Ein Kommentar.

An vielen Stellen macht es einen sauer, wenn man sieht, wie Autos mit Gewalt aus unserer Stadt gedrängt werden. Nicht, weil wir keinen Wandel brauchen. Das ist unbestritten. Auch nicht, weil die Umwelt egal ist. Das ist sie nicht – ganz im Gegenteil.

Aber weil Politiker mit der Rigorosität und dem zweierlei Maß, mit dem sie Fahrverbote und autofreie Zonen umsetzen, während sie sich in ihren Limousinen überall hinkutschieren lassen, das Verständnis jedes Bürgers verlieren. So kann man keine Zukunft gestalten.

Ein positives Beispiel ist dagegen der Wrangelkiez, in dem seit heute kein Durchgangsverkehr mehr stattfindet. Dort wurde ausprobiert und getestet, und: Es wurde mit Anwohnern gesprochen! Sogar die, die selbst Auto fahren und die Geschäftsleute finden das Konzept gut. SO geht Politik. SO fühlen sich Berliner ernst genommen.


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Weniger Autos, zumindest welche, die heil sind, gibt es seit dem Wochenende auch in Friedrichshain. Die Gewalt, die aus Protest gegen die Räumung der Liebigstraße ausgeht, zieht immer weitere Kreise. Jeder, den sie trifft, ist einer zu viel.

Gewalt löst niemals ein Problem. Übrigens auch nicht, wenn man einen 13 Jahre alten Golf zerstört. Das ist nicht mal ein Status-Symbol (was es kein Stück besser machen würde). Das zeigt nur zusätzlich, wie dumm und willkürlich der Protest ist.