Wie misst man die Höhe von Bergen? | Mathematik | Wissenschaft & Forschung | 1000 Antworten | SWR Wissen – SWR

Heute kann man das mit Satelliten und GPS ziemlich genau messen, aber solche Höhenmessungen per Satellit gibt es erst seit ungefähr 20 Jahren. Früher waren aber die Höhen der Berge auch schon ziemlich genau auf den Karten verzeichnet. Und da kamen vor allem drei Methoden zum Einsatz.

  • Die erste ist die Luftdruckmessung. Es ist bekannt, dass der Luftdruck mit der Höhe abnimmt. Und wenn man den Luftdruck sehr genau misst, kann man damit schon oft auf ein bis zwei Meter genau die Höhe bestimmen.
  • Die zweite Methode ist die Landvermessung. Das ist richtig aufwendig, wird auch nur alle paar Jahrzehnte gemacht. Dabei nimmt man einen Ausgangsnullpunkt an der Meeresküste. Von dort wird ein engmaschiges Netz von Nivellementpunkten gelegt. Die Nivelliergeräte, die man dazu braucht, hat jeder schon mal gesehen; bei Straßenbauarbeiten werden die auch verwendet. Das sind diese Zielfernrohre, die auf einem Stativ montiert sind. Diese Fernrohre sind immer horizontal gerichtet. Ein Arbeiter stellt sich an eine Stelle und richtet das Fernrohr zu seinem Kollegen, der 50 Meter weiter steht und eine Messlatte neben sich hat. Und so können die beiden den Höhenunterschied zwischen diesen beiden Punkten feststellen. Auf diese Weise kann man sich in mühsamer Kleinarbeit ein Messnetz legen von der Küste bis ins Landesinnere.
  • Bei steilen Bergen kommt eine weitere Technik zum Einsatz. Denn man kann Höhen ja auch durch Winkelberechnungen bestimmen: Man peilt die Spitze an, liest den Winkel ab und kann dann mit Sinus, Cosinus und so weiter die Höhe des angepeilten Berges ausrechnen.

Aber wie gesagt, heute läuft inzwischen ganz viel über Satellit; das macht es natürlich wesentlich einfacher.

Schweizer definieren die Meereshöhe anders als die Deutschen

Unser NN – unser Normalnull – in Deutschland ist traditionell der Meeresspiegel in Amsterdam, genauer das mittlere Hochwasser. Die Schweizer und Franzosen orientieren sich aber am Meeresspiegel in Marseille. Der Unterschied beträgt dabei nur 27 cm. Aber das kann dann zu Pannen führen wie vor einigen Jahren am Hochrhein in Laufenburg, wo vom Schweizer Rheinufer aufs badische Rheinufer eine Brücke gebaut wurde. Die Ingenieure haben diesen Unterschied von 27 cm beim Bau der Brücke auch berücksichtigt; dummerweise haben sie dabei aber die Vorzeichen vertauscht, und so hatten sie plötzlich einen halben Meter Unterschied zwischen der Brückenführung auf der badischen und der Schweizer Seite. Das wäre ein bisschen blöd gewesen, deshalb mussten sie auf beiden Seiten dann noch nachträglich Korrekturen anbringen.