Wissenschaft gibt sich Excel geschlagen: 27 Gene werden umbenannt – WinFuture

Wissenschaft gibt sich Excel geschlagen: 27 Gene werden umbenannt – WinFuture


Manchmal ist es einfacher, länger gültige wissenschaftliche Bezeichnungen nachträglich zu ändern, als auf ein hilfreiches Update in Microsoft Excel zu warten. Um nicht immer wieder mit Fehlern kämpfen zu müssen, wurden jetzt 27 menschliche Gene umbenannt.

Das Problem sind in dem Fachbereich die automatischen Wert-Formatierungen, die die Tabellenkalkulation vornimmt. Für viele Nutzer ist das durchaus hilfreich. Bei den Genetikern schleichen sich hingegen immer wieder Fehler ein. Denn sie sind einerseits nicht gerade Experten darin, die Abschalt-Optionen für die entsprechenden Daten zu finden. Andererseits verwenden sie gern Abkürzungen, die besonders leicht zu merken sind.

Das gilt beispielsweise für das Gen “Membrane Associated Ring-CH-Type Finger 1”, dessen Kurzform bisher MARCH1 lautete. Excel interpretierte diese aber gern als Datumsangabe und änderte den Inhalt des Feldes in “1-Mar” ab. In den einfachsten Fällen ist das für die jeweiligen Wissenschaftler eine frustrierende Sache, da Daten im Nachhinein immer nochmal nachbearbeitet werden müssen. Im schlimmeren Fall fällt das Problem erst einmal nicht auf und führt dann an anderer Stelle zu falschen Ergebnissen, wie aus einem Bericht des US-Magazins The Verge hervorgeht.

Excel ist wichtiges Werkzeug

Die Schwierigkeiten halten sich in der Forscher-Community so hartnäckig, dass man nun also lieber daran geht, die Kataloge zu ändern. Aus MARCH1 wird im Zuge dessen nun MARCHF1, SEPT1 heißt nun SPTIN1. Verantwortlich dafür ist das HUGO Gene Nomenclature Committee (HGNC), eine Standardisierungs-Organisaton, die die weltweit einheitlichen Bezeichnungen für die Arbeit mit dem menschlichen Erbgut festlegt. Denn nur mit einer solchen Vereinheitlichung kann die weltweit vernetze Forscher-Gemeinschaft ohne größere Schwierigkeiten auf einer gemeinsamen Grundlage tätig sein.

Excel ist eines der am weitesten verbreiteten Werkzeuge der Genetik – auch wenn die Software wahrscheinlich von den meisten eher als Tool der Beschäftigten in Buchhaltungen und anderen Büros angesehen wird. Denn die wichtigste Aufgabe von Wissenschaftlern ist das Erfassen und auswerten von Daten, bei dem das Microsoft-Programm unbestritten enorme Stärken aufweist.

Siehe auch:

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